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Wenden wir uns nun den Tiermotiven zu. Auf mittelalterlichen Weltkarten ist die Rolle der Fauna nicht dekorativ, die Welt soll auch in ihrer Geschöpflichkeit wahrgenommen werden. Bedingt durch den ordo-Gedanken ist die Tierwelt hierarchisch in die Schöpfung integriert oder anders: das Daseinsrecht auf enzyklopädischen Weltkarten liegt in der Konsequenz der christliche verstandenen biblischen Schöpfungslehre. Zum anderen stehen die Tier aber auch als Kennzeichen eines Landes. Auf der Ebstorfer Weltkarte sind als Motiv (ca. 60) oder Erwähnung im Text (ca. 40) ca. 100 Tiere vermerkt. Die Beschreibungen der Tiere entstammen aus Isidors ‚Etymologiae’. Ergänzende Hinweise stammen aus dem Werk ‚Physiologus’ Außerhalb der Welt, also in den Ecken der Ebstorfer Weltkarte, finden sich Legenden, die aber erst nach Vollendung der Welt nachgetragen worden sind. Sie folgen Isidor in der Gruppierung von den Tieren.